Restschuldversicherung

Wer bei einer Bank einen Kredit aufnimmt, bekommt dabei in fast allen Fällen auch eine Restschuldversicherung angeboten. Einige Banken erwecken dabei den Eindruck, dass diese abgeschlossen werden muss, um den Kredit zu erhalten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Wäre eine solche Versicherung Pflicht, dann müssten die Kosten hierfür im effektiven Jahreszins enthalten sein. Die Restschuldversicherung wird jedoch immer separat zum Kreditbetrag hinzugerechnet.

Wovor schützt die Restschuldversicherung?

Der Kreditnehmer kann sich durch den Abschluss vor bestimmten unvorhergesehenen Ereignissen absichern. Im Versicherungsfall übernimmt die Restschuldversicherung dann zumindest für eine gewisse Zeit die monatlichen Raten oder auch die gesamte Restsumme. In den meisten Fällen erfolgt dies bei:

  • Tod des Kreditnehmers
  • längerer Krankheit
  • Arbeitsunfähigkeit
  • unverschuldeter Arbeitslosigkeit

Da die Leistungen je nach Anbieter voneinander abweichen können, solle man vor das Kleingedruckte des jeweiligen Vertrages genau lesen. Da auch die Kosten einer solchen Versicherung stark unterschiedlich sind, lohnt auch ein genauer Vergleich. Im Versicherungsfall übernimmt die Versicherung die monatlichen Zins- und Tilgungsraten. Bei Tod des Kreditnehmers wird die gesamte Restsumme des Kredites übernommen.

Kosten einer Restschuldversicherung

Wie bereits erwähnt sind die Kosten je nach Bank sehr unterschiedlich. Diese hängen in der Regel vom benötigten Kreditbetrag ab. Die Bank berechnet hiervon einen bestimmten Prozentsatz und legt den ermittelten Betrag dann auf die gewählte Laufzeit um. Im Jahre 2010 wurde eine große Anzahl von Restschuldversicherungen miteinander verglichen. Dabei wurden zum Teil erhebliche Preisunterschiede festgestellt. Bei einem Kredit über 10000 Euro mit einer Laufzeit von 60 Monaten belief sich die günstigste Police auf 423 Euro. Der Unterschied zum teuersten Angebot betrug dabei sage und schreibe 1100 Euro. Dieser Vergleich zeigt, dass sich ein genauer Vergleich auf jeden Fall lohnt. Bei hohen Krediten wie beispielsweise bei einer Baufinanzierung fallen die Unterschiede noch deutlicher aus.

Der Kreditnehmer muss die Restschuldversicherung nicht zwangsläufig bei derselben Bank abschließen, bei der er den Kredit beantragt hat. Mittlerweile bieten auch einige Versicherungen spezielle Kreditabsicherungen an. Diese können im Einzelfall durchaus günstiger sein als das Angebot der Bank. Wichtig dabei ist, dass die Restschuldversicherung genau zum jeweiligen Kredit passt. Diese muss sich am Kreditbetrag sowie der gewählten Laufzeit orientieren. Es ist deshalb zu empfehlen, den Kreditvertrag bzw. das schriftliche Angebot der Bank vor dem Abschluss bei der Versicherung vorzulegen.

Wann lohnt eine Restschuldversicherung?

Auf jeden zu empfehlen ist diese bei der Finanzierung von Immobilien. Wird der Hauptverdiener unerwartet krank oder verliert dieser seine Arbeit, kann dies schnell den Verlust der Immobilie und damit den finanziellen Ruin bedeuten. Auch wenn einer der Kreditnehmer verstirbt, besteht für die Hinterbliebenen kaum die Möglichkeit, die monatlichen Raten weiterhin zu begleichen. Generell lässt sich sagen, dass eine Restschuldversicherung hauptsächlich bei sehr hohen Krediten mit einer entsprechend langen Laufzeit empfehlenswert ist. Wer beispielsweise einen Kredit mit einer Laufzeit von 10 Jahren abschließt, kann nicht vorhersagen, welche Probleme in dieser Zeit auftreten können. Dagegen ist das Risiko bei geringeren Kreditsummen und nur kurzen Laufzeiten eher gering, weshalb man auf eine Absicherung eventuell auch verzichten kann. Wie schon erwähnt, ist der Abschluss zwar nicht vorgeschrieben, er kann jedoch die Kreditentscheidung der Bank durchaus positiv beeinflussen. Denn das Ausfallrisiko für die Bank sinkt, weshalb diese dann eher bereit ist, den Kredit zu bewilligen.

Restschuldversicherung, worauf man achten sollte

Je nach Anbieter gibt es mehr oder weniger viele Ausnahmen, bei denen diese nicht leisten muss. So ist zum Beispiel eine längere oder auch endgültige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung fast immer ausgeschlossen. Dieses Verfahren ist mittlerweile auch durch ein Urteil des Oberlandesgericht Köln bestätigt worden. Ein Kreditnehmer hatte hier gegen die Weigerung zur Leistung geklagt und ist mit der Klage gescheitert. In der Regel müssen bei Abschluss der Restschuldversicherung keine Fragen zur Gesundheit beantwortet werden. Dies ist ein Vorteil gegenüber einer Risikolebensversicherung, denn die Beantragung der Versicherung ist so einfacher und schneller möglich. Die Versicherung muss jedoch keine Leistungen erbringen, wenn der Kreditnehmer aufgrund einer bereits bei Vertragsschluss bekannten Vorerkrankung verstirbt.

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